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auf der Internetseite der Kreisbrandinspektion Miltenberg.


30März2015

Führungskräfte im Landkreis bildeten sich fort

Elsenfeld/Rück-Schippach. Zur mittlerweile schon fast zur Tradition gewordenen Fortbildung für Führungskräfte von Feuerwehren, Rotkreuz, Technischem Hilfswerk, Wasserwacht, Bergrettung und Polizei hatten Kreisbrandrat Meinrad Lebold und die Kreisbrandinspektion Miltenberg am Samstag, den 21. März 2015 von 09.30 bis 17.00 Uhr in die Schulturnhalle nach Rück-Schippach eingeladen.

Als Gäste konnte er Landrat Jens-Marco Scherf und den 2. Bürgermeister von Elsenfeld, Berthold Oberle begrüßen, die beide ein Grußwort sprachen. Berthold Oberle berichtete über die Dorferneuerung als Schmuckstück in Rück-Schippach und die bereits geleisteten und noch bevorstehenden Investitionen in die drei Feuerwehren in Elsenfeld, Rück-Schippach und Eichelsbach. Er bezeichnete sie als gut angelegtes Geld für die Ausrüstung der Feuerwehren und für die Sicherheit der Bürger Elsenfelds.

Landrat Scherf erinnerte an den am Abend zuvor in Röllbach stattgefundenen Ehrenabend und war beeindruckt, wenn man abends feiert und am nächsten Tag zur Tagung erscheint. „40 Jahre Feuerwehrdienst nötigt mir hohen Respekt ab“, sagte er. Im Namen aller Menschen im Landkreis dankte er den Teilnehmern der Fortbildung: „Wir brauchen gut geschulte Kameraden, die auch durch die Fortbildungsveranstaltung den an sie gestellte Anforderungen gerecht werden“. Abschließend dankte er der Kreisbrandinspektion und besonders Kreisbrandrat Meinrad Lebold, wünschte interessante Vorträge und informativen Gedankenaustausch.

Alternative Fahrzeugantriebe

Im ersten Vortrag des Vormittags referierte Kreisbrandmeister Oliver Hegemer aus Eschau über alternative Fahrzeugantriebe und besonders über die Brandgefahr speziell von Lithium-Ionen-Batterien. Anhand von Bildern zeigte er die verschiedenen Fahrzeugmodelle und die Größe sowie Einbauvarianten der Antriebe und Batterien.

Digitalfunk

Den aktuellen Sachstand bei der Netzabdeckung des Digitalfunks im Landkreis Miltenberg gab KBR Meinrad Lebold und berichtete über die weitere Ausbildung und die Ergebnisse aus dem bisherigen Testbetrieb. Um den Einsatzbetrieb möglichst übersichtlich zu gestalten, wird es zu Beginn nur eine TMO-Gruppe (TMO = Trunked Mode Operation) für die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg sowie die Stadt Aschaffenburg geben, was unter Umständen nach der Einführung der Digitalfunk-Alarmierung angepasst werden kann. Er empfahl daher bei größeren Einsätzen eine Aufteilung vorzunehmen oder in den DMO-Modus zu wechseln (DMO = Direkt Mode Operation: früherer 2m-Band-Betrieb mit den Handfunkgeräten). „Es ist größere Disziplin notwendig, mehr als früher“, sagte er und informierte weiter: „Die Funkrufnamenbezeichnung „Florentine“ für die Handfunkgeräte wird es im Digitalfunk auch nicht mehr geben“.

Andreas Schwab von der Taktisch-Technischen Betriebsstelle (TTB ILS BU) bei der Integrierten Leitstelle ILS in Aschaffenburg referierte über die bevorstehende Geräteprogrammierung und berichtete, dass zur Gerätebestellung bei der Fa. Abel & Käufl ab dem 01. Februar 2015 auch eine Verschwiegenheitserklärung abzugeben ist. Im Landkreis Miltenberg wird die Umstellung nach KBM-Bereichen vorgenommen. Begonnen wird mit dem KBM-Bereich 3/1 nach durchgeführter Programmierschulung der TTB-Mitarbeiter Anfang April 2015.

Festgelegt wurden außerdem folgende Regionalparameter mit der Grundprogrammierung „Bayerncodeplug“, dem Betriebsmodus (Repeater bei HRTs, der Festlegung der „Favoriten-Ordner“ (Standard-Gesprächsgruppen) und der Belegung der „Rückstelltaste“ oder „Flash“.

Weiter berichtete er, dass es künftig keine Probleme mit Übereichweitenstörungen im DMO geben wird, da im Gruppenmodus gearbeitet wird. Beim TMO ist es aber weiterhin möglich. Im Falle eines Notrufes routet das Funkgerät immer an die richtige Stelle und kommt an der richtigen Leitstelle an.

Modulare Truppausbildung MTA

Für noch offene Fragen und Antworten der MTA, die ab dem 01. Januar 2015 für alle Feuerwehren in Bayern gültig ist, standen die Kreisbrandinspektoren Hauke Muders und Johannes Becker zur Verfügung. Hauke Muders ging nochmals auf die Inhalte und die jeweilige Stundenaufteilung der einzelnen MTA-Module ein im Vergleich zu der früheren Ausbildung mit Truppmann- Truppführer-, Erste-Hilfe- und Funksprechausbildung.

Dazu wurden seitens der Kreisbrandinspektion die MTA-Unterrichtsthemen in Laufkarten niedergeschrieben. Für Kameraden, die bereits die Truppmannausbildung absolviert haben und denen noch die Truppführerausbildung fehlt, sind die jeweiligen Felder in den Laufkarten bereits markiert und geben Auskunft über die noch fehlenden Unterrichte und Ausbildungen zur Erlangung des Truppführerstatus. Er appellierte an die Bereitschaft aller Feuerwehren Ausbilder für die verschiedenen Ausbildungsthemen zu benennen.

Feuerlöschertrainer

„Auf Initiative der Kreisbrandinspektion Miltenberg“, so informierte Kreisbrandinspektor Johannes Becker die Tagungsteilnehmer, „hat der Landkreis Miltenberg im Jahr 2014 einen Feuerlöschertrainer von der Firma Dräger Safety AG & Co KGaA mit verschiedenen Übungsmodulen beschafft und bei der Feuerwehr Elsenfeld stationiert“.

Die Gerätschaften und Module werden auf verschiedene Rollwagen verladen und bei Bedarf mit dem Gerätewagen Logistik 2 GW-L2 der FF Elsenfeld transportiert. Der Feuerlöschertrainer steht den Landkreisfeuerwehren, den Landkreisbehörden wie Schulen sowie Firmen zur Ausbildung zur Verfügung. Die Ausbildung findet in der Regel am Standort Elsenfeld statt, kann aber nach Vereinbarung mit der Feuerwehr Elsenfeld sowohl für Ausbildung als auch Vorführungen an anderen Standorten durchgeführt werden, z. B. bei einem Tag der offenen Tür. Für die Ausbildung wurden die maximale Teilnehmerzahl und die Kostenpauschalen festgelegt und können auf der Homepage eingesehen werden. Terminvereinbarungen sind nur mit dem Kommandanten der Elsenfelder Wehr, Albert Klug, vorzunehmen. KBI Becker lud die Tagungsteilnehmer ein, den Feuerlöschertrainer zu besichtigen und auch selbst auszuprobieren, der während der Mittagspause vor der Tagungshalle aufgebaut war. Abschließend dankte er der Feuerwehr Elsenfeld für die Bereitschaft der Betreuung und der Vorführung.

Einsatzleiter Rettungsdienst

Über die Aufgaben und Einsatzkriterien des Einsatzleiters Rettungsdienst, ELRD und des Organisatorischen Leiters, ORGL informierte Alois Klemm vom BRK Kreisverband Miltenberg. Beim ELRD gibt es zwei Gruppen für die Bereiche Miltenberg und Obernburg, analog der Feuerwehr-Inspektionsbereiche. Für die ORGL allerdings gibt es nur eine Gruppe zuständig für den ganzen Landkreis Miltenberg. In der Regel sind ELRD und ORGL verschiedene Personen, können aber als ELRD und ORGL bestellt sein.

Planspiele und Brandschutzdarfsplan

Kreisbrandinspektor Hauke Muders informierte die Tagungsteilnehmer über die weiteren Ausbildungsplanungen der Landkreisfeuerwehren in Bezug auf die Anwendung von Planspielen. Dazu hatte der seit 01. Januar 2015 neue KBM-Ausbildung, Martin Spilger aus Obernburg, bereits mit allen KBM-Bereichen Gespräche durchgeführt und die möglichen Einsatzszenarien und Ausführungs- sowie Darstellungsvarianten durchgesprochen.

Als eine der wenigen Feuerwehren im Landkreis hat die Feuerwehr Bürgstadt einen FW-Bedarfsplan erstellt, dessen Inhalt er im Einzelnen vorstellte. Er verwies dabei auf den §1, Abs. 1.1 der Vollzugsbekanntmachung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes in der letzten Änderung vom 14.02.2008 in dem steht, dass die Gemeinden einen Brandschutzbedarfsplan aufstellen sollen und auch fortzuschreiben und der Entwicklung in den Gemeinden anzupassen ist.

Einsatzberichterstattung

Auf besondere Einladung der Kreisbrandinspektion Miltenberg sprach der Chefredakteur des Main-Echo, Martin Schwarzkopf, in seinem Kurzvortrag einleitend über drei Modelle der Einsatzberichterstattung mit den daraus resultierenden Vor- und Nachteilen. Das erste Modell beschreibt die Berichterstattung gebündelt über die Kreisbrandinspektion. Dies wird durch die Kreisbrandinspektion Aschaffenburg durch deren Presseberichterstatter wahrgenommen, der die Unterlagen vorher prüft und sodann an die Presse weitergibt oder selbst aus den Informationen der Feuerwehren einen Bericht ggfls. in Absprache mit der Polizei anfertigt und schnell weitergeben kann. Dies bedingt, dass die Feuerwehrfakten korrekt übertragen werden. Im zweiten Modell, das von der Kreisbrandinspektion Main-Spessart und der Feuerwehr Lohr angewandt wird, wird ein eigenes vorgefertigtes Pressemitteilungsformular verwendet. Im dritten Modell nutzt jede Feuerwehr für sich ein Formular, das beschreibt, was ihr wichtig ist. Da es schriftlich fixiert ist, beugt es großen Missverständnissen vor und gibt einen klaren Überblick der feuerwehrspezifischen Daten wie Anzahl der Einsatzkräfte, Fahrzeuge und Material. Wichtig ist hierbei aber auch die Absprache mit der Polizei und die Angabe eines Ansprechpartners mit Mobilnummer bei evtl. Nachfragen seitens der Redaktion.

Martin Schwarzkopf betonte, dass das Main-Echo auch das richtige Produkt sein kann z. B. für die Darstellung der Jugendarbeit bei spannenden Aktivitäten und bei der generellen Ausbildung, wenn z. B. über eine Heißausbildung mit Bildmaterial berichtet wird. Für Schwarzkopf ist es wichtig, dass die Feuerwehren mit ihren eigenen Leuten redet, wie sie sich nach außen darstellen will bei Einsätzen, Übungen, Festbesuchen, etc. Er wies darauf hin, dass alle Aktivitäten innerhalb kurzer Zeit auf „Youtube“, „Facebook“ oder anderen Plattformen zu sehen sind, da sie möglicherweise von Smartphones gefilmt werden und Fotos gesendet werden. „Keiner macht alles immer richtig“, so Schwarzkopf.

Katastrophenschutz & Förderung

Den Abschluss des Fortbildungstages bildeten die aktuellen Information von Kreisbrandrat Meinrad Lebold zu den Bereichen Katastrophenschutz und Förderung für die Feuerwehren in Bayern. Er informierte, dass der Freistaat Bayern das „Holland-Fire-System“ komplett beschafft und der Landkreis Miltenberg ein Exemplar erhalten wird, das in Großwallstadt stationiert werden soll.

Da in Bayern sich im Fördertopf mittlerweile rund 70 Mio Euro angesammelt haben, wurden die Förderrichtlinien nach der Fördernovelle geändert. Künftig gibt es zusätzlich 5% mehr Zuschüsse für Bereiche mit besonderem Handlungsbedarf. Der Landkreis Miltenberg fällt darunter.

Für die Beschaffung von Einsatzleitwagen ELW1 ist die Stückzahlkontigentierung weggefallen. Für das neue TSF-Logistik erstellet der Landkreis die Ausschreibungsunterlagen, um bei der baugleichen Beschaffung von mind. zwei Fahrzeugen den erhöhten Fördersatz von 10% zu erhalten.

Beim Thema Versicherungsschutz für die Feuerwehren in Bayernverwies Meinrad Lebold auf die Broschüre des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes.

Mit dem Dank an die Feuerwehr Rück-Schippach für die Ausrichtung und Bewirtung sowie an alle Teilnehmer für deren zahlreiches Erscheinen schloss er die Fortbildung und wünschte einen guten Nachhauseweg.

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