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07Juni2016

Gefahrgutübung in Collenberg

Am frühen Montagabend gegen 19:00 Uhr wurden die freiwilligen Feuerwehren Collenberg, Bürgstadt und Großheubach zu einem Übungsalarm an die Südspessarthalle in Collenberg gerufen. Hier kam es zu einem Verkehrsunfall LKW gegen Baum, wobei es zur Rauchentwicklung auf der Ladefläche kam. Der LKW war als Gefahrgut-LKW Stückgut gekennzeichnet und als solcher auch der Übungsleitstelle gemeldet worden. Die Übungsleitstelle alarmierte dann entsprechend dem Stichwort THL Chemie mit dem Schlagwort „Unfall mit chemischem Gefahrgut“ die Feuerwehren Collenberg, Bürgstadt, Großheubach und den Führer ABC-Einsatz Jo Vornberger.

Die ersteintreffende Feuerwehr aus Collenberg unternahm als Sofortmaßnahme die Absperrung des Gefahrenbereichs und schickte einen Trupp unter Atemschutz zur Erkundung vor. Die Erkundung ergab 2 bewusstlose Personen im Fahrerhaus. Diese wurden umgehend noch durch den ersten Trupp aus dem verunfalltem Fahrzeug gerettet und der Not-Dekon zugeführt. Die weitergehende Erkundung förderte die Ladepapiere zu Tage, aus welchen der Gefahrstoff identifiziert werden konnte. Es handelt sich um 40%ige Flusssäure. Flusssäure findet sowohl in der Waschmittelindustrie als auch in der Glas- und Metallverarbeitung Verwendung. Flusssäure ist zwar eine nur schwache Säure, vergleichbar mit Essigsäure, ist aber aufgrund ihrer hohen Lipophilie (Fettlösligkeit) und ihrer exzellenten Fähigkeit Calciumionen zu binden sehr hautresorptiv und hochgiftig. Bereits eine handtellergroße Kontamination der Hautoberfläche ist tödlich.

Während ein Trupp unter CSA der FF Collenberg die Ladefläche des LKW erkundete und den dort leckenden IBC-Behälter abdichtete, rückten die Feuerwehren Bürgstadt und Großheubach an. Die Feuerwehr Bürgstadt rüstete 2 weitere CSA-Trupps aus und baute ein Schnell-Dekon-Zelt auf. Die FF Großheubach stellte mit dem ELW, der UG ÖEL Süd und dem AB Einsatzleitung der Einsatzleitung entsprechendes Equipment zur weiteren Einsatzführung zu Verfügung. Dem eintreffenden Führer ABC-Einsatz wurde durch die Einsatzleitung der Einsatzabschnitt Gefahrenbereich zugewiesen.

Im weiteren Einsatzverlauf wurden Messungen unter CSA mittels Prüfröhrchen auf der LKW-Ladefläche und unter Atemschutz an der der Grenze zum Gefahrenbereich vorgenommen. Nach Rücksprache mit der Einsatzleitung wurde ein intakter IBC angefordert in welchen die Flusssäure mittels Fasspumpe umgepumpt wurde.

Nachdem der letzte CSA-Trupp die Dekonmaßnahme durchlief war gegen 20:30 Uhr Übungsende. Die Übungsbeobachter KBI Muders, KBI Becker und KBM Dietz und der Übungsleiter KBM Killinger waren mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden; sowohl kleinere Kritikpunkte als auch positive Beobachtungen wurden in der anschließenden Übungsnachbesprechung erläutert.

Ich bedanke mich bei allen anwesenden und mitübenden Kameraden für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung.           

KBM Gefahrgut Helge Killinger

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